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Taama,-Berlin,-28.11.2013_Set-Up-02_0665Das mit der Musik beginnt schon ganz früh, da kann sie kaum laufen. Hat sich nur selten eine Klarinette in ihrem Gesicht verirrt; war es immer ihre Stimme, die die anderen bleiben ließ. TAAMA ist Tamara Unterhuber, und TAAMA hört sie schon früh; von ihrer Mutter, die hat sie so genannt, als Kind. Jetzt also wieder TAAMA, solo. Wie damals, neben den beiden Zwillingen. Durchsetzen hat sie sich müssen, die beiden Brüder 3 Jahre älter. Der Musik hat sie sich von Anfang an verschrieben. Allein Ketchup auf Toast scheint auf Dauer wenig attraktiv. Was man dann so macht: der Mutter zuliebe, eine Ausbildung; mach was Anständiges, danach kannst du immer noch. – Alltag kann sie nicht. Dann also lieber von Luft und Liebe. Mit den Brüdern sammelt sie über Jahre Banderfahrung.

Und nun „Auf alles was bleibt“. Ein durchaus optimistischer Ansatz. Bleibt ja nicht immer so viel, mag man denken. Liegt allein an dir, sagt TAAMA. Ihre Texte sprechen diese Sprache. Nichts erfunden, alles nur deutlicher gespürt. Weil sie Alltag nicht kann, kompensiert sie ihre emotionale Rastlosigkeit mit einer Mischung aus Gitarre, Bass und Drums. Und dann diese Stimme, die die Instrumente beherrscht. Je nach Gefühl, nach Laune. 

Taama,-Berlin,-28.11.2013_Set-Up-02_0891„meine texte sind auch meine Launen. Man kann davon ausgehen, dass jeder Song und dessen Thema ein Gefühl war, dass mich an einem bestimmten Tag besonders beschäftigte. um dieses Thema aus meinem kopf zu kriegen, oder annähernd das Gefühl zu haben, es bearbeitet oder in die richtige Schublade meines Gedankenregals gesteckt zu haben, schreibe ich es in einem Text nieder, vertone es und hake es damit ab. Dann fühl ich mich immer viel besser, und das jeweilige Thema kann mir erstmal, in meinem Alltag nichts mehr anhaben…“

Dabei bedient sie sich ihrer elementaren Kraft namens Ehrlichkeit. Man glaubt ihr. Ihren Texten, ihrer Musik. Wenn mächtige Gitarrenriffs angreifen, Basstöne heranrollen, das Schlagzeug das Thema treibt, greift ihre Stimme die Kraft und die Energie der Instrumente auf und entführt das Lied in neue Sphären. Mal laut und deutlich, mal leise und deutlich. Immer verständlich. TAAMA`s Text ist ihr Herz, die Musik ihre Seele. Man hört die Musik und weiß den Text. 

Taama,-Berlin,-28.11.2013_Set-Up-01_0079Nichts überheblich. Die Songs entstehen oft im ganz banalen Durcheinander. Die Spülmaschine, die sie verhöhnt, der Einkauf, der sie zwingt, die Einsamkeit, die sie auslacht. Dann tröstet sie sich, weil doch nichts klappt: es ist, wie es ist und was nicht ist, das kann ja noch werden. Wie auch immer.

Sie sieht in sich hinein, und fordert sich auf: lass den Kram doch stehen, er wird dir eh nicht fehlen, komm mit mir weiter.

Erklärt uns die Themen, die uns so sehr beschäftigen, neu. 
Lieblich klingend, in sanften Harmonien, auf das Wesentliche reduziert, Gitarre, Gesang, dann unterlegt von Cello und Geige, ein Hauch von Pauke.
Die Schizophrenie der Liebe, leicht gemacht. Der versuchte Widerspruch als unbedingtes Bekennen.

Und dann wieder diese Zweifel. Der Kopf fährt alles gegen die Wand.

N. Danne